Die Ruhrstadt Gartenmiliz

. . . es grünt im Ruhrpott!

Grüne Revolution auf LAB 2010 März 28, 2011

Filed under: Lokal handeln — gartenmiliz @ 4:13 pm

Artikel über die Gartenmiliz von LAB 2010

Ruhrstadt Gartenmiliz plant Grüne Revolution

Mittwoch, 29. September 2010 16:37

„Bis heute ist die ganze Stadtplanung auf das Auto ausgelegt, die Natur wurde verdrängt oder so kastriert, dass sie sich nur noch in kranken Baumzwergen und steriler Monokultur wiederfindet. Wir wollen preisen die angriffslustige Bewegung, die fiebrige Schaufel, den schmetternden Spatenstich, das Umwälzen von Gesteinsmassen, die sich erhebenden grünen Massen, den Kieselköpper auf der Blumenwiese, das Streifen durch die Wälder.“

Blüht dem Ruhrgebiet etwa eine grüne Revolution? Geht es nach der „Ruhrstadt Gartenmiliz“, dann unwiderruflich ja. Aus dem urbanen Asphaltdschungel heraus bahnt sich die mysteriöse Untergrundgruppe ihren Weg.

Die grünen Guerillas streifen im Namen der freien Natur mit der selbst auferlegten Aufgabe, den polyzentrischen Moloch mit keimfähigen Samen zu beglücken, durch das städtische Dickicht. Ausführliche Bekennerschreiben sind rar gesät, doch existiert ein kryptisch formuliertes Zehn-Punkte-Manifest, dem das Eingangszitat entnommen ist.

Dies klingt relativ harmlos, doch spätestens Punkt zehn unterstreicht den radikalen und militanten Anspruch der Gruppe:

„Wir wollen die Tankstellen, die Betonklötze und jeglichen leblosen Raum zerstören und kämpfen gegen den Sparwahn am Sozialen und Grünen, den Kontrollzwang, gegen alles Menschenverachtende in Regionen, die Menschen ihr zu Hause nennen“

Spontis, Spinner, Spaßmacher, oder gar ernsthaft staatsschutzrelevant?

So oder so hat die Bewegung bereits einen ersten Rückschlag einstecken müssen. Der fromme Wunsch, das t.a.i.b.-Zelt über den Sommer hinaus langfristig in Bochum zu verwurzeln, ist mittlerweile Geschichte. Stattdessen ummantelt aktuell ein trister Bauzaun das zwischengenutzte Brachgelände am Rande des Viktoria.Quartiers.

Gegen diesen für zahlreiche Bürger haltlosen Zustand hatte unlängst schon Künstler Matthias Schamp öffentlich revoltiert, ohne bisher allerdings einen Umsturz (des Zauns) erreicht zu haben.

Wie ein Mahnmal residiert unweit des Tatorts eine Pflanze einsam auf einer Verkehrsinsel zwischen Brachfläche und Schauspielhaus. Letztlich alles nur Theater oder wirklich ernst gemeinte Renaturisierung?

Bekennerfotos, die die Gartenmiliz auf ihrer Internetpräsenz veröffentlicht hat, zeugen von einer vitalen Gruppe, die während ihrer Aktionen zwar das Dunkel der Nacht, nicht aber das Mittel der Vermummung auserwählt hat.

Ein Anzeichen dafür, dass es an und für sich nichts zu verheimlichen gibt. Zudem schlägt die Gartenmiliz mit den Planungen zur Gründung eines Vereins im Vergleich zu ihrem markigen Manifest nunmehr ebenfalls einen moderateren Weg ein.

Wer weiß, wo das hinführt. In der Politik haben es die „Grünen“ ja in drei Jahrzehnten auch vom Wendland bis – glaubt man aktuellen Umfragewerten – an die Pforte des Kanzleramts geschafft…

Fotos: Michael Blatt

(Text von LAB 2010)

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