Die Ruhrstadt Gartenmiliz

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Gartenmiliz für n.a.t.u.r. Festival Mai 12, 2011

Filed under: Lokal handeln — gartenmiliz @ 9:23 pm

Presse:

WAZ Bochum

Festival : Bochums botanische Brigaden

Bochum, 11.05.2011, Tom Thelen

Organisator Kevin Kuhnpflanzt an der Viktoriastraße, Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

Organisator Kevin Kuhnpflanzt an der Viktoriastraße, Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

Bochum. Die Geburt des Botanischen aus dem Geist der Party. Das wird eine ganze Woche lang in der Rotunde, dem ehemaligen Katholikentagsbahnhof, gefeiert, vom Freitag, 13 Mai, (Vernissage 18 Uhr) bis zum 21. Mai.

Die Geburt des Botanischen aus dem Geist der Party. Das wird eine ganze Woche lang in der Rotunde, dem ehemaligen Katholikentagsbahnhof, gefeiert. Vom Freitag, 13 Mai, (Vernissage 18 Uhr) bis zum 21. Mai, ist das N.A.T.U.R. Festival Schauplatz von Ausstellungen, Partys, Workshops, Lesungen, Vorträgen und Aktionen.

Kevin Kuhn (28) ist so etwas wie Veranstaltungskünstler und hat in Bochum das Nachtleben schon mit so manch Party bereichert. Dabei achtete er nach eigener Aussage stets darauf, die Partys mit Inhalten zu bereichern. Irgendwann traf er bei einer dieser Veranstaltungen „Guerilla Gärtner“. Das sind Anhänger einer urbanen künstlerisch inspirierten Bewegung. Das sind keine Hippies, die ins Grüne wollen, sondern Aktivisten, die das Grün zurückholen wollen in den urbanen Lebensraum. Die mit Mitteln wie Saatgut-Bomben oder ungenehmigten Bepflanzungen wenn schon nicht den Strand, dann doch wenigstens die Blumenwiese wieder unter dem Pflaster hervorholen wollen.

Hippies und Pfadfinder

Zunächst war es nur geplant, mit Pflanzen eine Party zu dekorieren und diese anschließend mit Partygästen in die Stadt hinein zu verbringen. Als Kuhn die Rotunde für eine ganze Woche mieten konnte, kam die Idee zu einer größeren Veranstaltung. „Plötzlich wuchs das Festival organisch“, schmunzelt der Organisator. Erst seit circa 10 Wochen stehe es überhaupt fest, das etwas passiert. „Inzwischen arbeiten gut 60 Menschen an dem Projekt – von Düsseldorfer Designstudenten bis hin zu Hippies und Pfadfindern“.

Saatgut und Moosgrafiti

Das Programm ist beeindruckend. So steht etwa der Sonntag ganz im Zeichen des Guerilla-Gardenings. Da geht es um Saatgut und Moosgrafiti wie auch um Vernetzung, es gibt Vorträge und Filme.

Die ganze Woche über ist die Rotunde als „grünes Büro“ von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Doch nicht nur hier finden die Veranstaltungen statt. Es gibt Schnitzeljagden für Kinder und Erwachsene, Baumkletteraktionen im Kortumpark (auch bei Nacht!), eine Pflanzaktion des Kindergartens Villa Kunterbunt (Mittwoch), Workshops über Bienen (Mittwoch, ab 15 Uhr), ein Projekt der Urbanisten e.V., die Stromkästen kreativ gestalten (Donnerstag ab 10 Uhr) oder auch eine Diskussionsrunde über Gemeinschaftsgärten (Donnerstag 20 Uhr), mit Hans Hanke (SPD), Joscha Hendricksen (Freiraum2010),- Thomas Enbergs (labsa – Labor für sensorische Annehmlichkeiten) und Christian Geppert und Wiebke Hanh (Eigenwerk Magazin). Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

Ruhr-Nachrichten Bochum:

Festival startet: Guerilla-Gärtnern wächst zum Festival heran

BOCHUM Das Festival „N.A.T.U.R. – natürliche Ästhetik trifft urbanen Raum“ wird am Freitag im Katholikentagsbahnhof „Rotunde“ eröffnet. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit der Natur in der Stadt. Was eigentlich als Party zum Thema Guerilla-Gärtnern geplant war, ist zur Großveranstaltung erblüht.

Am Freitag ist die Eröffnung im Katholikentagsbahnhof „Rotunde“, der bis zum 21. Mai zum grünen Wohnzimmer wird und viel mehr als eine Ausstellung und Partys bietet. „Noch gestern habe ich Anrufe bekommen“, erzählt Kevin Kuhn, „Leute, die Vorträge halten, Massagen anbieten, Workshops machen wollen. Die Hippie-Szene ist mobilisiert“.

Nicht nur die Hippie-Szene. Auch die Pfadfinder von St. Meinolphus machen mit, die Waldgruppe aus dem Kindergarten Villa Kunterbunt, Designer, Architekten, NaBu oder die Grüne Schule. Genauso breit gefächert ist das Programm.

Zentrales Thema Guerilla-Gardening

Natur erleben, die Stadt begrünen und gestalten, Ideen diskutieren und Impulse bilden – das alles wünscht sich Kevin Kuhn für die rund 50 Akteure und die Besucher – Kleingärtner, Guerilla-Gärtner, Mütter und Kinder, Naturschützer. Das gemeinsame Motto: „Eine bessere Welt ist pflanzbar.“

Der Ausgangsgedanke, Guerilla-Gardening bekannt zu machen, findet sich als zentrales Festivalthema. Am Sonntag, 15. Mai, dreht sich alles um diese Kunst- und Protestform. Neben Vorträgen und Austausch werden praktische Tipps geliefert, wie man Seedbombs und Moosgraffiti herstellt.

Bereits am Samstag, 14 bis 18 Uhr, gibt es den Workshop „Gärten zum Mitnehmen“. The Spam präsentiert „Ein Gemüsegarten zum Gassigehen. Ein Weizenfeld im Fahrradkorb. Karotten wachsen aus der Jackentasche“. „Die Teilnehmer nehmen ihre Gemüsekästen mit, pflegen sie, treffen sich mit anderen zum gemeinsamen Ernten“, erklärt Kuhn.

Fahrradtour und Kletteraktion

„Sportsfreunde“ lädt zur gemeinsame Fahrradtour ein, macht eine Stadtteilrallye durch das Ehrenfeld oder verbindet in einem Workshop Bewegung und Kreativität. Am Donnerstag präsentieren die Urbanisten das Projekt „Energieverteiler“, bei dem innerhalb ganzer Stadtgebiete graue Strom- und Verteilerkästen in öffentliche Leinwände verwandelt werden.

Im Kortumpark kann am Sonntag geklettert werden. Am Nachmittag sind die Kinder dran, am Abend die Erwachsenen. In zehn Meter Höhe in einer Astgabel werden sie ganz neue Stadt-Eindrücke aufnehmen können.

Ronny von Wangenheim
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